Fast täglich erreichen uns Anfragen von Menschen, die befürchten, dass sie Ihr Geld einem unseriösen Broker anvertraut haben. Was machen Broker eigentlich? Kann man über einen Broker sein Investment verlieren? Wie kann man erkennen, ob ein Broker seriös und unseriös ist? Wie erkenne ich, ob ein Kundenberater ein Betrüger ist und wie kann ich mein Geld zurückbekommen?

Was ist ein Broker?

Ein Broker ist einen Finanzdienstleister, der Wertpapierorder von Anlegern durchführt. Der Broker handelt auf die Rechnung des Kunden. Er kann im Auftrag des Kunden mit verschiedenen Finanzinstrumenten handeln, wie zum Beispiel mit Rohstoffen oder Divisen. Unseriöse Broker sind aber gar keine Broker, sondern nur Betrüger!

Wie läuft der Betrug mit Kryptowährungen?

Wir vertreten zahlreiche Mandanten, die beim Trading betrogen wurden. Unseriöse Online-Trading-Plattformen täuschen Nutzer darin, was man dort handeln könnte, z.B. Contracts for Differences (CFD), binäre Optione, Forex-Trading (Währungshandel) oder Investments in Kryptowährungen (Bitcoins u.a.). Zum Teil werden sogar Kryptowährungen angeboten, die es gar nicht gibt, wie den „Covid-Coin“.

Die Täter überreden die Opfer sehr geschickt dazu, Geld zu überweisen oder den Zugriff auf Bankkonten freizugeben. In diesen Gesprächen wird viel Druck aufgebaut, um die Geschädigten zu Handlungen zu veranlassen.

Nach einigen Tagen oder Wochen melden sich die Täter erneut und geben an, dass riesige Gewinne erwirtschaftet wurden. Zum Teil kann man über gefälschte Plattformen selbst Einblick nehmen, wie sich das Investment entwickelt hat – natürlich sind auch das nur Simulationen.

Diese Gewinne könnten dann aber erst ausbezahlt werden, wenn zunächst angeblich Steuern, Gebühren für Berater oder Provisionen bezahlt werden. Diese Zahlungen werden nicht etwa aufgerechnet, sondern die Täter verlangen, dass die Opfer das auch noch bezahlen, weil das anders nicht ginge. Hiermit werden Geschädigte meist nochmal reingelegt.

Viele unserer Mandanten, die bereits z.B. 58.000 Euro eingezahlt hatten, wurden dann aufgefordert, weitere 20.000 Euro an Gebühren zu bezahlen, was wir in vielen Fällen gerade noch verhindern konnten.

Wie gehen die Täter beim Bitcoin-Betrug vor?

Cyberkriminelle schalten häufig vielversprechende Werbung, um neue Opfer auf ihre (unseriösen) Investmentseiten zu locken. Derartige Werbung haben wir auch bei bekannten Nachrichtenseiten, z.B. bei Spiegel Online, gesehen. Da Werbung oft wie redaktionelle Beiträge aussehen können, muss man immer genau hinsehen, ob der Inhalt als „Werbung“ oder „Anzeige“ gekennzeichnet ist.

Die Täter werben sehr oft mit Namen und Bildern von Prominenten (z.B. Bill Gates oder Thomas Gottschalk), ohne deren Zustimmung oder mit bekannten Fernsehsendungen wie „Höhle der Löwen“. Das ist natürlich völliger Unsinn.

In Social Media, v.a. in Facebook, gibt es viele Gruppen oder Feedbeiträge, in denen Täter beiläufig von tollen Gewinnen mit Bitcoins sprechen oder über sog. Network Level Marketing / Pyramidensysteme auf sich aufmerksam machen („Du willst 10.000 Euro pro Monat zusätzlich verdienen – von zuhause aus? Total easy“). Viele unsere Mandanten wurden auch auf Tinder, C-Date, Bumble usw. von Täter(innen) angesprochen, um sie anzulocken (sog. Love-Scamming).

Die Geschädigten gelangen dann auf Internetseiten, wo sie dazu überredet werden, ihre Daten anzugeben, damit ein persönlicher Kontakt aufgenommen werden kann. Bei dem unseriösen Anbietern, die deutsche Rechtschreibung und Grammatik nie gelernt haben und z.B. mit „Höhle der Löwen Trading“ werben, sieht das dann so aus:

Sobald man seine Daten angegeben hat, erhält man per E-Mail eine Rückrufbitte oder eine Telefonnummer, die man anrufen soll. Oft werden Geschädigte von vermeintlichen Kundenberatern angerufen oder per WhatsApp kontaktiert.

Auf gefälschten Plattformen, die ohne individuelle Kontaktaufnahme funktionieren, wird meist zum Schein die Registrierung mit einem Benutzername und einem Passwort verlangt Ohne den neuen Kunden danach in irgendeiner Weise zu authentifizieren, wird er dann zur Einzahlung von Geld bewegt. Auffällig im folgenden Beispiel ist, dass die Zahlungsempfänger vollkommen anders heißt als die Plattform selbst und die Bank einen seltsamen Namen hat. Hier müssten bereits bei jedem die Alarmglocken schrillen! Finger weg davon!

So ähnlich sieht das bei der deutschsprachigen Plattform „InvestCore.pro“ aus, bei der einige unserer Mandanten bereits betrogen wurden:

Die Geschädigten werden nach anfänglichen vermeintlichen Gewinnen, die in groß angelegten Fällen wie bei „MarketRobo“ sogar teilweise ausbezahlt werden, zu immer neuen und größeren Investitionen überredet. Einer unser größten Fälle von Betrug, die bei MarketRobo begangen wurden, ist in der ARD Mediathek als Podcast abrufbar.

Sobald die Geschädigten aber Auszahlungen wünschen, gibt es sehr viele Probleme: Erstmal müsse eine „Steuer“, „Provision“, „Kaution“  oder so bezahlt werden. Oder es gibt Probleme mit dem Schlüssel zur Plattform oder mit Banken wie bei der Kryptoplattform „QuadrigaCX“ bei 250 Mio. Dollar verschwunden sind. Dieser spannende Fall, der sich wie ein Thriller anhört, wurde nun von NETFLIX als Dokumentation verfilmt.

Wie erkennt man unseriöse Kundenberater beim Bitcoin-Betrug?

Unseriöse Kundenberater in Zusammenhang mit Kryptowährungen erkennt man leicht an verschiedenen Merkmalen. Zunächst haben diese immer Namen, die in Deutschland sehr häufig vorkommen, sodass man die Personen in Google nicht finden kann, z.B. Peter Berg, Anna Meier usw.; diese Personen nehmen meist Kontakt auf von privaten E-Mail-Adressen, z.B. peter-berg93239@t-online.de , von wechselnden Absender-E-Mail-Adressen mit wechselnden Namen und Signaturen. Diese Kundenberater findet man nicht bei XING oder LinkedIn, schon gar nicht als Beschäftigte eines deutschen oder europäischen Unternehmens, wo man diese Personen über eine allgemeine Firmennummer erreichen könnte! All das sollte einem immer komisch vorkommen!

Unseriöse Kundenberater drängen die Geschädigten meist dazu, sofort zu investieren, um (noch mehr) Rendite zu erhalten. Es wird in der Regel viel Druck aufgebaut und zwar so sehr, dass meist der Hörer nicht mehr aus der Hand gelegt wird. Diese Personen haben unendlich viel Zeit, den Kunden mit Fragen über alles Mögliche, auch private Angelegenheiten, ans Telefon zu fesseln, nur um den Geschädigten zu bewegen, seine Kontodaten zu verraten, per Teamviewer oder AnyDesk Zugriff auf einen PC und das Online-Banking-Konto zu erlangen und/oder um eine Überweisung auf einen seriösen oder unseriösen Broker zu erreichen.

Diese Personen versuchen die Geschädigten meist mit unglaublich guten Gewinnen zu locken. 15% Rendite, 20% Rendite, 30% Rendite; jetzt 250 Euro investieren und in 2 Wochen 165.000 Euro ausbezahlt bekommen.. Alles was heutzutage bei normalen Sparkonten unmöglich ist, scheint über Kryptowährungshandel mit Bitcoin, Ether und weiteren Coins kein Problem zu sein. Häufig werden Investmentzahlen und Grafiken vorgelegt, die auf den ersten Blick toll aussehen, aber einfach gefälscht oder aus dem Zusammenhang gerissen sind, nur um Opfer zu täuschen.

Fazit: So erkennt man unseriöse Kundenberater:

  • Vorsicht vor E-Mail-Absendern von bekannten privaten Freemailanbietern (T-Online, Web.de, GMX.de, Outlook, Gmail, Protonmail, Yahoo.de usw.)
  • Wechselnde Namen, Kontaktdaten, Signaturen
  • Kontaktaufnahme per WhatsApp oder Telefon, ohne dass man selbst zurückrufen kann
  • Im Beratungsgespräch wird viel Druck aufgebaut, zu investieren.
  • Wenn ein Kundenberater Zugriff auf einen Computer oder Smartphone verlangt, ist das meist bereits ein Betrugsversuch!
  • Vorsicht vor Kundenberatern, die sehr viele Fragen stellen, die offenbar nichts mit dem Investment zu tun haben – hier riskiert man Identitätsdiebstahl.

Wie kann man sich vor Bitcoin-Betrug schützen?

Hier haben wir ein paar Tipps für Sie, wie Sie sich vor unseriösen Angeboten schützen können:

1. Ihre Zahlung sollte nie an den vermeintlichen Investor, Kundenberater oder eine Person gehen, die einen anderen Namen als die Plattform des Brokers selbst, überwiesen werden. Es sollte sichergestellt sein, dass Ihr Geld jederzeit leicht ausbezahlt werden kann. Bevor Sie große Summen investieren, sollten Sie immer wieder Auszahlungen tätigen, um die Plattform zu testen. In dem oben beschriebenen Fall von MarketRobo haben die Täter dadurch allerdings Seriosität vorgegaukelt, um den Mandanten dann um 13 Bitcoin zu betrügen. Das ist also keine Garantie!

2. Wenn Sie sich über den Broker an eine Software koppeln, dann bleibt Ihr Geld bei dem Broker. Aus dem Kreis unserer Mandanten wäre das z.B. die Software FXRISE, die wir empfehlen können. Die Finanzdienstleistungen bzw. Transaktionen des Dienstleisters werden nur auf den Broker gespiegelt. Der Dienstleister selbst hat auf diese Weise nie Zugriff auf Ihr Geld. Alles andere kann ein Indiz für Betrug sein!

3. Was wird versprochen? Renditen über 10-15% pro Monat und mehr sind unrealistisch und nie umsetzbar über einen längeren Zeitraum. Derartige Versprechen sind in der Regel unseriös, außer wenn sie mit konkreten und unabhängigen Finanz-Apps / Tools überprüfbar sind.

4. Renditen sollten belegt werden können. Es gibt viele Drittanbieter, um eine Performance verifizieren zu lassen. MyFxBook, FxStats, FxBlue, PsyQuation sind Anbieter, mit denen Sie die Erwirtschaftung von Renditen überprüfen können. Papier und Zahlen sind geduldig – lassen Sie sich nicht von solchen billigen Tricks blenden! Sobald man nur irgendeinen Screenshot oder eine Excel-Tabelle zugeschickt bekommt, sollte man lieber die Finger davon lassen.

5. Überprüfen Sie immer, welche Personen wirklich hinter einem Broker oder Dienstleister stehen. Sind diese Personen bekannt? Gibt es Verlinkungen zu LinkedIn oder Social Media? Treten die Personen in Verbindung mit ihrer Internetseite oder ihrem Produkt auffindbar?

6. Wo hat der Dienstleister oder der Broker seinen Sitz? Gibt es ein Impressum und finden Sie das Unternehmen auch dort oder sieht es eher nach einer Briefkastenfirma in der Karibik aus? Handelsregister- oder Umsatzsteuernummern können über unabhängige Register geprüft werden.

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